Lottas Logbuch II

Der Sommer geht immer zu schnell vorbei. Bei den Fünf Freunden, in der Folge „beim Wanderzirkus“, heißt es so treffend: „Zuerst schleichen [die Ferien] so schön langsam dahin, dann aber rasen sie im Galopp vorbei.“ – Ja, ich bin 21 und höre die Hörspiele von den Fünf Freunden. Seitdem ich alle von den Drei Fragezeichen durch habe…

Jedenfalls: Da kommen ein paar Sommertage und man denkt sich, hey, davon gibt’s sicherlich noch viele, und dann muss man lernen oder ausschlafen oder Blogartikel schreiben und verpasst einen nach dem anderen. Und dann wacht man auf und es ist September. Und es regnet. Und es tropft von der Decke. Von der Decke?

Ja. Vor etwa einem Monat bin ich in ein Wohnmobil namens Lotta gezogen. Eigentlich habe ich mich seitdem in Lobreden geübt, dass sie trotz ihres Alters so zuverlässig ist, aber jetzt: Wasserschaden. Etwas verschlafen und fröstelnd klettere ich auf das Dach. Wunderbarer Ausblick! Mit meiner Schwester und unserem Hund stehe ich irgendwo oberhalb von Bregenz mit Blick auf den großen, friedlichen Bodensee unter einem wolkenverhangenen Himmel. Aber weil wir etwas schief stehen – ich hoffe doch, dass es daran liegt! – hat sich Wasser auf dem Dach gestaut und jetzt tropft es von den Lampendrähten.

Immerhin ist das Wetter besser als angekündigt. Nach einem frühmorgendlichen Spaziergang um 11 (sic! Ich bin Studentin!) brechen wir mit meinem inkompetenten Navi Richtung Westen auf. Für diesen Preis sollte ein Navi doch wohl einen Weg finden, OHNE eine Fähre und einen 70km langen Umweg einzuplanen! Ich habe ganze – Moment. Ach, das war diese kostenlose App, naja, ähm…

Schweizer Straßen sind übrigens interessant. Alles schön neu, überall gibt’s Fahrradspuren und so viele Zebrastreifen, dass man sie gar nicht mehr wahrnimmt. Ist doch auch nicht Sinn der Sache, oder? Und der Diesel kostet mehr als das Benzin. Eigentlich vernünftig, warum ist das in Deutschland nicht so? Ja, ich tanke Diesel, aber ich gehöre zu den Menschen, die trotzdem eine höhere Steuer darauf fordern. Lotta mag halt kein Super, aber wenn die Steuer sinnvoll eingesetzt würde… Egal, ich drifte ab.

Wir fahren zu unserem Urlaubsort aus Kindheitszeit: Konstanz. Meine Oma hat dort eine Ferienwohnung und als Kinder haben wir keinen anderen Urlaubsort gebraucht. Jetzt brauchen wir nicht einmal mehr die Ferienwohnung – wir haben ja Lotta! Und der gönnen wir jetzt einen Campingplatz. Damit wir den, ähm, Abwassertank legal entleeren können.

Immer wieder kommt sogar für zehn oder zwanzig Minuten die Sonne heraus und trotz der mäßigen Temperaturen kann man wunderbar spazieren gehen. Der Sommer mag vorbei sein. Jetzt darf man nur nicht die schönen Herbsttage verschlafen!

P.S.: Lotta ist zwar alt und ein Diesel, aber bei 9,5 Litern auf 100km geben wir ein wirklich gutes Team ab, wie ich finde!

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